Schloss Hohenzieritz

 

 

 

 

 

 

 

 

Von einem Vorgängerbau des Schlosses ist lediglich bekannt, dass er 1712 abbrannte. Der damalige Lehnsnehmer Hans Altwich von Holtzendorff ließ offenbar nur einen provisorischen Ersatzbau errichten. 1733 wurde Johann Christian von Fabian mit Hohenzieritz belehnt. Das Schloss wurde von 1747 bis 1751 in seinem Auftrag erbaut, wobei Teile des vorherigen Gebäudes genutzt wurden. Die Anlage wurde als einstöckiges Gutshaus in verputztem Fachwerk mit einem hohen Kellergeschoss und einem hohen Walmdach erbaut. Nach dem Tod von Hans Altwichs Sohn Adam Friedrich von Fabian fiel Hohenzieritz 1768 als erledigtes Lehen an die Strelitzer Herzöge zurück und ging 1770 an den Bruder des Regenten, den späteren Großherzog Karl II.

Dieser ließ in dem Komplex bereits kurz nach der Inbesitznahme durch den Neustrelitzer Arzt und Bürgermeister Johann Christian Wilhelm Verpoorten Dachräume ausbauen und eine Treppe zum Garten anlegen. 1776 wurde das Schloss ebenfalls von Verpoorten um zwei eingeschossige Pavillons mit Lisenenfassade und Mansardendächern erweitert, die gemeinsam mit dem Haupthaus einen Ehrenhof umgeben. Etwa zu dieser Zeit wurde neben dem südlichen Pavillon ein Gärtnerhaus und in der Mitte des 19. Jahrhunderts ein Marstall neben dem nördlichen Pavillon errichtet. 1790/91 wurde ein zweites, aus Fachwerk gebautes Geschoss auf das Schloss aufgesetzt, wobei der Forst- und Vermessungsingenieur Johann Christoph Dräsecke die Ausführung übernahm und weitgehend den heutigen Zustand herstellen ließ. Der Ausbau der Innenräume erfolgte erst 1795 durch Wilhelm Ebel, der auf den Zopf- und Empirestil zurückgriff. 1802 erhielt das Gebäude auf der Hof- und der Gartenseite die heutigen Sandsteintreppen, wobei die gartenseitige Treppe doppelläufig ist und eine Weinrankenlaube umschließt.

Schloss Hohenzieritz, der Sommersitz ihres Vaters, war stets das Hauptziel der drei Familienbesuche von Königin Luise von Preußen, einer geborenen Herzogin zu Mecklenburg aus dem Hause Mecklenburg-Strelitz. Hier starb Luise am 19. Juli 1810. Ihr Sterbezimmer, im Zeitgeschmack des ausgehenden 19. Jahrhunderts neu arrangiert und seit einigen Jahren in diesem Stil wieder hergestellt, ist heute eine Gedenkstätte.

Bis zur Novemberrevolution blieb das Schloss im Besitz der herzoglichen Familie und wurde danach Staatseigentum. Einzelne Räume des Schlosses, insbesondere das Sterbezimmer der Königin Luise und angrenzende Räume, wurden weiterhin als Museum genutzt. Während des Krieges war Schloss Hohenzieritz ein Auslagerungsort für Kunstbesitz aus den mecklenburgischen Landessammlungen, wobei es nach Plünderungen durch die Bevölkerung zu größeren Verlusten kam.

Das Ende des Zweiten Weltkrieges überstand das Schloss ohne größere Schäden, wenn auch die Inneneinrichtung verschwand. Wie viele ähnliche Gebäude diente es zunächst als Flüchtlingsunterkunft. Unter anderem wurden die Fenster des ägyptischen Saals zur Gartenseite zugemauert. 1947 wurde das Schloss unter Denkmalschutz gestellt. Ab 1952 erfolgte in der DDR die Nutzung als Verkaufsstelle, Kulturhaus Schule, Kindergarten und Verwaltungsgebäude. Ab 1962 beherbergte es den Rat der örtlichen Gemeinde und das wissenschaftliche Zentrum für Landwirtschaft des Bezirks Neubrandenburg. Von 1950 bis 1953 und von 1960 bis 1963 wurde die Anlage renoviert. Der Keller beherbergte ab 1987 den örtlichen Jugendclub.

Nach der deutschen Wiedervereinigung erfolgte zwischen 1992 und 2000 keine Nutzung des Schlosses, das zu verfallen drohte. 1993 bildete sich ein Förderverein zum Erhalt des Schlosses. Ab 2000 erfolgte die aufwändige Restaurierung und Instandsetzung. Danach wurde das Schloss Hohenzieritz Sitz der Müritz-Nationalpark-Verwaltung. Außerdem befindet sich im Schloss die Königin-Luise-Gedenkstätte. Es kann mit Ausnahme der Gedenkstätte nicht besichtigt werden, der Park ist frei zugänglich.

Quelle:wikipedia.de